Was ist ein Hostel? Eine umfassende Erklärung

Was ist ein Hostel? Eine umfassende Erklärung

Es gibt viele Menschen, die nicht wissen, was ein Hostel ist. Dabei ist es eigentlich recht einfach: Ein Hostel ist eine preisgünstige Unterkunft, bei der das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund steht. Allerdings lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen. Was ist ein Hostel? Wir sind dieser Frage auf den Grund gegangen und erklären dir, worauf du vorbereitet sein solltest, wenn du ein Hostel als Unterkunft buchst.

Die wesentlichen Merkmale eines Hostels

Der Begriff Hostel stammt aus dem englischen Sprachgebrauch: „Host“ bedeutet Gastgeber und „Hostel“ hat sich international als Bezeichnung für diese Art von Unterkünften etabliert.​ Damit du besser verstehst, was ein Hostel ist, schauen wir uns in den folgenden Abschnitten die charakteristischen Merkmale dieser Unterkunftsart an.

Zimmertypen und Bettenkonfiguration

In einem Hostel gibt es verschiedene Zimmertypen, die du teilweise nicht in einem Hotel finden würdest:

·        Mehrbettzimmer und Schlafsäle (Dorms): Diese Zimmer machen ein Hostel aus. Typisch sind Zimmer mit 4, 6, 8 oder 10 Betten. Teilweise gibt es aber auch Schlafsäle, die noch deutlich größer sind. Typisch ist die Trennung nach Geschlechtern. Ein großer Vorteil der Mehrbettzimmer und Schlafsäle ist, dass du fast automatisch andere Reisende kennenlernst.

  • Einzel- und Doppelzimmer: Viele Hostels bieten auch klassische Einzel- und Doppelzimmer an.
  • Familienzimmer: Für kleine Gruppen oder Familien gibt es oft auch etwas größere Zimmer mit mehreren Betten, die komplett gemietet werden können.

Während es in einem Hotel darum geht, ein hohes Maß an Privatsphäre zu ermöglichen, ist in einem Hostel der Gemeinschaftsgedanke wichtiger.

Badezimmer und Sanitäranlagen

Es ist typisch für ein Hostel, dass sich die Gäste Gemeinschaftsbäder teilen müssen. Toiletten, Duschen und Waschräume werden getrennt von den Schlafplätzen angeboten und von vielen Gästen gemeinsam genutzt. In einem Hotel hast du hingegen normalerweise Toilette und Waschraum für dich allein, bzw. für dich und deine Begleitung.

Gemeinschaftsbereiche: Das Herz des Hostels

In einem Hostel gibt es meist Gemeinschaftsräume, die von allen Gästen genutzt werden können.

  • Gemeinschaftsküche: Selbstversorgung ist Standard. Die Gäste können gemeinsam kochen und bei Bedarf auch Mahlzeiten miteinander teilen.
  • Aufenthaltsraum/Lounge: Ein gemütlicher Bereich zum Entspannen, Lesen, Filme schauen oder um mit anderen Gästen zu plaudern.
  • Waschraum: Für die Selbstversorgung mit Wäsche, oft in Form von Münzautomaten.
  • Bar oder Kneipenbereich: Viele Hostels haben eine eigene Bar, in der regelmäßig Veranstaltungen und Partys stattfinden.
  • Zusätzliche Ausstattung: Manche Hostels bieten einen Billardtisch, ein Beachvolleyballfeld, einen Pool oder einen Gartenbereich an.

Die Gemeinschaftsräume werden auch aufgrund der typischen Mehrbettzimmer von vielen Gästen genutzt. Das trägt zur Geselligkeit bei.

Sicherheit und Ausstattung:

  • Schließfächer: Die meisten Hostels bieten ihren Gästen Schließfächer zur Aufbewahrung von Wertsachen an, in der Regel kostenlos oder gegen ein kleines Entgelt.
  • 24/7-Zugang: Anders als in Jugendherbergen gibt es typischerweise keine Schließungszeiten. Du kannst jederzeit kommen und gehen.
  • Einfache Ausstattung: Hostels sind minimal ausgestattet. Du erhältst oft Bettwäsche (manchmal gegen Gebühr), aber nicht einmal ansatzweise den Service eines Hotels.

Geschichte und Ursprünge: Wie das Hostel entstand

Um zu verstehen, was ein Hostel ist, hilft ein Blick in die Geschichte. Die Idee der Jugendherberge begann 1909 in Deutschland mit dem Lehrer Richard Schirrmann. Während einer Wanderfahrt mit seinen Schülern von Altena nach Aachen suchte die Gruppe Unterschlupf, teilweise in Scheunen und teilweise in Schulen.

Diese Erfahrung inspirierte Schirrmann zu einer bemerkenswerten Vision: günstige, gastliche Unterkünfte an Wanderstrecken für junge Menschen. Die erste Jugendherberge wurde 1914 in Altena eröffnet. Die Idee verbreitete sich schnell in ganz Europa und darüber hinaus.

Das moderne Hostel entwickelte sich in den 1960er und 1970er Jahren, ursprünglich in Australien und Indien, als Unterkunft für Backpacker. Diese Hostels waren noch einfacher gestaltet als traditionelle Jugendherbergen. Zudem gab es praktisch keine Hausregeln oder Ruhezeiten, sondern eine freie, gesellige Atmosphäre.​

In Deutschland kamen Hostels erst in den 1990er Jahren an, deutlich später als in anderen Ländern. Der nachvollziehbare Grund: Deutschland hatte bereits ein etabliertes Netzwerk von Jugendherbergen.​

Die wichtigsten Unterschiede: Hostel vs. Hotel

Die Unterschiede zwischen Hostel und Hotel sind fundamental. Die folgende Tabelle liefert dir einen umfassenden Überblick.

AspektHostelHotel
PreisSehr günstig (8–30 €/Nacht im Dorm)Teuer (80–300+ €/Nacht)
ZimmertypMehrbettzimmer, DormsEinzelzimmer, Doppelzimmer
BadezimmerGemeinschaftlichPrivat im Zimmer
ServiceMinimalUmfangreich
ZielgruppeJunge Leute, Backpacker, AlleinreisendeFamilien, Geschäftsreisende, Paare
GemeinschaftsräumeZentral (Küche, Lounge, Bar)Oft keine oder minimal
AktivitätenGemeinsame Events, TourenSeltener
VerpflegungSelbstversorgungOft Frühstück, Restaurant
AtmosphäreGesellig, locker, lebhaftFormell, ruhig, seriös

Fazit: Was ist ein Hostel wirklich?

Ein Hostel ist eine preisgünstige Unterkunftsart, die für ein Gemeinschaftserlebnis ideal ist. Viele junge Menschen, die mit wenig Geld reisen, können sich kein Hotel leisten. Ein Hostel ermöglicht dir, günstig zu übernachten und über Selbstversorgung auch die wichtigsten Dinge des Alltags zu meistern. Besonders günstig ist die Unterkunft im Schlafsaal, aber es gibt auch Mehrbettzimmer und teilweise sogar Einzel- und Doppelzimmer.

Neben den niedrigen Kosten sind es hauptsächlich die Erlebnisse mit anderen Reisenden, speziell Backpackern, die ein Hostel interessant machen. Du kannst oft Menschen kennenlernen, die spannende Geschichten zu erzählen haben. Auch das ist ein Grund, warum viele Menschen es bevorzugen, in Hostels zu übernachten.

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