Was ist ein Subjekt? Definition, Merkmale & Beispiele
Das Subjekt ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Grammatik. Viele Menschen wissen allerdings nicht genau, wie Sie ein Subjekt erkennen und bestimmen können. Grundsätzlich ist das Subjekt das Satzglied, das die Handlung ausführt oder über das etwas ausgesagt wird. Mit der richtigen Herangehensweise ist es erstaunlich einfach, das Subjekt in einem Satz zu identifizieren.
Definition: Was ist ein Subjekt?
Das Subjekt wird in der deutschen Grammatik mitunter auch als Satzgegenstand bezeichnet. Es handelt sich um eines der wichtigsten Satzglieder, denn das Subjekt führt die Handlung aus oder es wird etwas über das Subjekt ausgesagt.
Ein Subjekt steht immer im Nominativ (Wer-Fall), also der Grundform des Nomens oder Pronomens.
Das Subjekt kann aus den folgenden Elementen bestehen:
- Einem Nomen (Substantiv)
- Einem Pronomen (z.B. er, sie, es, ich, du)
- Eigennamen (z.B. Peter, Hamburg)
- Einer Nominalgruppe (mehrere Wörter mit dem Nomen als Kern)
- Einer Infinitivgruppe
Ein wesentlicher Punkt: Ohne Subjekt und Prädikat (Was ist ein Prädikat?) kann es keinen grammatikalisch vollständigen Satz geben. Diese beiden Satzglieder bilden das sogenannte Satzminimum.
Die Funktionen des Subjekts
Das Subjekt erfüllt eine wichtige Funktion in einem Satz. Folgende Funktionen kommen infrage:
1. Träger der Handlung: Das Subjekt führt die Handlung aus, die durch das Prädikat beschrieben wird. Es ist der „Täter“ der Aktion.
2. Träger des Zustands: In Sätzen, die einen Zustand beschreiben, wird das Subjekt im Zustand beschrieben. Beispiel: „Das Buch ist interessant.“
3. Ergänzung des Verbs: Das Subjekt ist die hierarchisch höchste Ergänzung des Verbs im Satz und determiniert sein Verhalten.
4. Kongruenz mit dem Verb: Das Verb im Satz muss mit dem Subjekt in Person und Numerus übereinstimmen. Dies nennt sich Kongruenz. Beispiel: „Ich gehe“ (1. Person Singular), aber „Wir gehen“ (1. Person Plural).
Wie man das Subjekt bestimmt: Die Frage-Methode
Die einfachste Methode, um das Subjekt zu bestimmen, ist die Frage: „Wer oder was handelt?“ oder „Wer oder was wird beschrieben?“
Hier sind praktische Beispiele:
Beispiel 1: Einfaches Subjekt
- Satz: Alex lernt.
- Frage: Wer lernt?
- Antwort (Subjekt): „Alex“
Beispiel 2: Subjekt mit Artikel
- Satz: Der Hund bellt.
- Frage: Wer bellt?
- Antwort (Subjekt): „Der Hund“
Beispiel 3: Mehrere Subjekte
- Satz: Deri und Smilla planen ihren Tag.
- Frage: Wer oder was plant?
- Antwort (Subjekt): „Deri und Smilla“
Beispiel 4: Pronomen als Subjekt
- Satz: Sie spielen zusammen.
- Frage: Wer spielt?
- Antwort (Subjekt): „Sie“
Beispiel 5: Abstrakte Dinge
- Satz: Das Buch interessiert mich.
- Frage: Was interessiert?
- Antwort (Subjekt): „Das Buch“
Das Subjekt im Kontext: Subjekt und Prädikat
Subjekt und Prädikat gehören zusammen. Das Prädikat beschreibt als konjugierte Form des Verbs im Satz, was das Subjekt tut.
Standardmäßig ist die Satzstruktur der deutschen Sprache: Subjekt-Prädikat-Objekt (SPO)
· Subjekt: Wer oder was?
· Prädikat: Was tut das Subjekt?
· Objekt: Wen oder was? (Objekt ist optional)
Nominativ: Der Fall des Subjekts
Das Subjekt steht immer im Nominativ, also dem ersten Fall (Wer-Fall). Wenn Sie ein Nomen oder Pronomen in einem Satz im Nominativ sehen, ist dies ein starker Hinweis darauf, dass es sich um das Subjekt des Satzes handelt.
Beispiele (Subjekt fett markiert):
· Der Mann läuft.
· Eine Frau läuft.
· Ich laufe.
Kongruenz zwischen Subjekt und Prädikat
Subjekt und Prädikat müssen grammatikalisch zueinander passen. Wenn dies der Fall ist, ist dies umgekehrt allerdings auch ein Hinweis darauf, dass Sie das Subjekt richtig erkannt haben.
Beispiele (Verb: spielen):
· 1. Person Singular: Ich spiele.
· 2. Person Singular: Du spielst.
· 3. Person Singular: Er/Sie/Es spielt.
· 1. Person Plural: Wir spielen.
· 2. Person Plural: Ihr spielt.
· 3. Person Plural: Sie spielen.
Fehlerhafte Subjekt-Verb-Kongruenz vermeiden
Für Menschen, die Deutsch als Fremdsprache lernen, ist es oft nicht einfach, die Kongruenz zwischen Subjekt und Prädikat zu meistern. Typische Fehler sehen so aus:
Falsch: Die Gruppe sind große. (Plural-Form des Verbs)
Richtig: Die Gruppe ist groß“ (Singular-Form, weil „Gruppe“ Singular ist)
Falsch: Er gehen in die Schule. (falsche Verbform)
Richtig: Er geht in die Schule. (richtige 3. Person Singular)
Subjekt vs. Objekt: Unterschied erklärt
Zudem kommt es häufig vor, dass Deutsch-Lerner Subjekt und Objekt nicht auseinanderhalten können. Die Unterscheidung ist aber eigentlich recht einfach:
· Ein Subjekt steht immer im Nominativ: Wer oder was handelt?
· Ein Objekt steht im Akkusativ, Dativ oder Genitiv: Wer oder was wird von der Handlung beeinflusst?
Beispiel zur Unterscheidung:
- Satz: Peter holt den Ball.
- Subjekt: „Peter“ (Wer holt den Ball?) steht im Nominativ
- Objekt: „den Ball“ (Was holt Peter?) steht im Akkusativ
Fazit: Das Subjekt verstehen und erkennen
Das Subjekt ist das Herzstück eines grammatisch korrekten Satzes und bildet zusammen mit dem Prädikat einen vollständigen Satz. Das Objekt ist hingegen optional. Ein Subjekt lässt sich mit einer einfachen Frage ermitteln: Wer oder was handelt? Das Subjekt steht zudem immer im Nominativ, ist kongruent mit dem Prädikat und Träger der Handlung im Satz. Wenn Sie verstanden haben, was ein Subjekt ist, haben Sie ein wichtiges Element der deutschen Grammatik verstanden.