Was ist eine Sepsis?
Du möchtest gerne wissen: Was ist eine Sepsis? Bevor wir auf die Details eingehen, hier eine Kurzfassung: Eine Sepsis ist eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. In der Umgangssprache wird eine Sepsis oft als Blutvergiftung bezeichnet. Das ist aber ein problematischer Begriff, denn es handelt sich nicht um eine Vergiftung, sondern um eine Abwehrreaktion, die außer Kontrolle gerät. Eine Sepsis ist immer ein Notfall. Sie kann sich blitzschnell verschlechtern und ohne zügige Behandlung zum Organversagen, zum septischen Schock und zum Tod führen.
Was genau passiert bei einer Sepsis?
Eine Sepsis kommt nicht aus dem Nichts. Es gibt vorher immer eine Infektion, etwa eine Lungenentzündung, einen Harnwegsinfekt, eine entzündete Wunde oder eine andere bakterielle, virale oder pilzbedingte Erkrankung. Das Problem ist in diesem Fall nicht der Erreger selbst, sondern der Umstand, dass der Körper auf die Infektion so heftig reagiert, dass er dabei eigenes Gewebe und lebenswichtige Organe schädigen kann.
Das Immunsystem ist so ausgelegt, dass es normalerweise versucht, Krankheitserreger zu isolieren und zu bekämpfen. Doch bei einer Sepsis funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr und die Erreger und die Entzündungsbotenstoffe breiten sich im Körper aus. Besonders betroffen sind dabei Kreislauf, Lunge, Nieren und Gehirn.
Im medizinischen Jargon wird eine Sepsis als lebensbedrohliche Organdysfunktion durch eine fehlgesteuerte Reaktion auf eine Infektion beschrieben. Der Körper bekämpft nicht nur die Infektion, sondern auch sich selbst und kann dabei immensen Schaden anrichten.
Wie entsteht eine Sepsis?
Eine Sepsis kann im Grunde aus jeder Infektion hervorgehen. In vielen Fällen handelt es sich um Infektionen der Lunge, der Harnwege, des Bauchraums oder der Haut. Ein erhöhtes Risiko gibt es durch Infektionen nach Operationen. In vielen Fällen sind Bakterien die Auslöser, aber auch Viren, Pilze und sogar Parasiten kommen als Ursache infrage.
Die Sepsis ist keine seltene Spezialerkrankung, sondern eine weit verbreitete Komplikation, die bei Infektion auftreten kann. In Deutschland erkranken jährlich über 230.000 Menschen an einer Sepsis. Etwa 85.000 Menschen sterben durchschnittlich pro Jahr an einer Sepsis. An den Zahlen wird deutlich, wie wichtig dieses Thema ist.
Welche Symptome sind typisch?
Im Anfangsstadium ist es nicht einfach, eine Sepsis früh zu erkennen, da die Anzeichen eher unspezifisch sein können. Eine Sepsis kann wie eine Grippe, eine starke Erschöpfung oder auch wie eine gewöhnliche Verschlechterung eines Infekts wirken. Das führt dazu, dass die Sepsis oft zu spät erkannt wird.
Fieber und Schüttelfrost, ein sehr starkes Krankheitsgefühl, schneller Puls, schnelle Atmung, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, niedriger Blutdruck sowie blasse, kalte oder fleckige Haut sind starke Indizien dafür, dass eine Sepsis vorhanden ist. Alle genannten Symptome können auch andere Ursachen haben, aber wenn zwei oder mehr Symptome gleichzeitig auftreten, ist es unbedingt empfehlenswert, schnell einen Arzt zu konsultieren.
Besonders dramatisch sind Atemprobleme, Bewusstseinsveränderungen, auffällige Schwäche oder erhebliche Kreislaufprobleme. Ein niedriger systolischer Blutdruck ist ebenfalls ein wichtiger Warnhinweis. Wenn diese Symptome auftreten, ist die Sepsis meist schon fortgeschritten. In solchen Fällen ist es unbedingt erforderlich, sofort den Notarzt zu rufen.
Wann solltest du sofort handeln?
Grundsätzlich solltest du unbedingt handeln, wenn der Verdacht auf eine Sepsis besteht. Eine sofortige medizinische Abklärung ist nötig. Bei ernsten Symptomen bedeutet dies: 112 anrufen oder sofort in die Notaufnahme fahren. Es ist wichtig, dass ein Arzt klärt, ob eine Sepsis vorliegt oder nicht.
Viele Menschen unterschätzen, wie schnell sich eine Sepsis zu einer lebensbedrohlichen Situation entwickeln kann. Von den ersten Symptomen bis zum Tod vergehen manchmal nur wenige Stunden. Im Zweifel ist es deswegen besser, einmal zu viel in eine Notaufnahme zu fahren oder einen Notarzt zu konsultieren. Eine zu späte Reaktion kann die Überlebenschance erheblich reduzieren.
Wer hat ein höheres Risiko?
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge, Schwangere und Frauen kurz nach der Geburt. Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Lungenerkrankungen, Nierenerkrankungen oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko.
Zudem gibt es nach schweren Erkrankungen, Operationen und Krankenhausaufenthalten ein höheres Risiko. Grundsätzlich kann allerdings jeder Mensch eine Sepsis entwickeln. Auch ein gesunder Mensch, der keine typischen Risiken hat, kann unter ungünstigen Umständen eine Sepsis bekommen und daran sterben.
Wie wird eine Sepsis behandelt?
Eine Sepsis wird prinzipiell im Krankenhaus behandelt, damit es möglich ist, auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes umgehend zu reagieren. Zudem muss eine gründliche Diagnose erfolgen. In fortgeschrittenen Fällen werden Sepsis-Patienten auf einer Intensivstation untergebracht. Wichtig ist es, die Infektion möglichst schnell zu bekämpfen, etwa mit einem Antibiotikum oder antiviralen Mitteln.
Zur Stabilisierung werden Infusionen mit Flüssigkeit, Sauerstoff und eventuell auch noch Medikamente verabreicht. Wenn der Kreislauf instabil ist, kann es beispielsweise sinnvoll sein, den Patienten mit gefäßwirksamen Medikamenten zu versorgen. Je nach Ursache kann es auch notwendig sein, den Infektionsherd durch eine Operation zu beseitigen.
Was ist der Unterschied zwischen Sepsis und septischem Schock?
Als Sepsis wird die Krankheit insgesamt bezeichnet. Ein septischer Schock entsteht, wenn der Körper so stark belastet ist, dass Kreislauf und Stoffwechsel unter der Belastung zusammenbrechen. Dann kommt es zu einem sehr niedrigen Blutdruck trotz Flüssigkeitsgabe. In diesem Fall sind Medikamente zwingend erforderlich, um den Kreislauf zu stabilisieren. Ein septischer Schock führt immer zu einer sehr ernsten Situation und muss möglichst schnell behandelt werden.
Kann man einer Sepsis vorbeugen?
Es ist grundsätzlich sinnvoll, Infektionen zu vermeiden, speziell für die genannten Risikogruppen. Ein einfaches Beispiel: Ein Diabetiker sollte unbedingt auf sterile Wundversorgung achten. Für einen Diabetiker ist es enorm wichtig, bei Verletzungen auf eine sterile Versorgung zu achten. Das gilt aber generell für alle Menschen.
Bei Menschen, die zeitweise oder dauerhaft ein geschwächtes Immunsystem haben, ist auch das Umfeld gefragt. Beispielsweise ist es eine gute Idee, bei Atemwegserkrankungen eine Maske zu tragen oder den Kontakt zu meiden, um die gefährdete Person besser zu schützen. Auch regelmäßige Handdesinfektion sollte selbstverständlich sein.
Was passiert nach einer überstandenen Sepsis?
Eine Sepsis kann einen Menschen enorm schwächen, insbesondere wenn der Gesamtzustand vorher schon nicht optimal war. Nach einer Sepsis können Beschwerden für Wochen oder Monate andauern. Typische Folgen sind Müdigkeit, Schwäche, Schlafprobleme und Konzentrationsstörungen. Auch Angst und depressive Verstimmungen werden in der medizinischen Fachliteratur genannt. Die gesamte Problematik wird als Post-Sepsis-Syndrom bezeichnet.
Mitunter ist eine Reha nötig, in jedem Fall aber ärztliche Nachsorge und Geduld. Wer bereits eine Sepsis hatte, hat statistisch ein erhöhtes Risiko, erneut eine Sepsis zu bekommen.
Fazit: Was ist eine Sepsis?
Wenn du gefragt wirst: „Was ist eine Sepsis?“, kannst du in Zukunft guten Gewissens antworten, dass es sich um eine lebensbedrohliche Fehlreaktion des Körpers auf eine Infektion handelt. Der vielfach genutzte Begriff Blutvergiftung stimmt deswegen nicht.
Wann immer der Verdacht auf eine Sepsis besteht, gilt es, keine Zeit zu verlieren und umgehend den Patienten ins Krankenhaus zu bringen oder einen Notarzt zu rufen. Dabei gilt: Wenn bei einer Infektion plötzlich eine starke Verschlechterung entsteht, ist das immer ein deutliches Warnsignal, das medizinisch abgeklärt werden muss. Spätestens wenn Atemnot, Verwirrtheit und extreme Schwäche hinzukommen, darfst du keine Zeit mehr verschwenden.Gesundheitsthemen gefallen dir? Dann solltest du diesen Ratgeber nicht verpassen: Was ist Shilajit?
