Was ist Gendern – Beispiele und Erklärung

Was ist Gendern Beispiele

Was ist Gendern – Beispiele und Erklärung

Neue Wörter ziehen sich durch den Alltag. Wie oft kommen diese auf, und sie können nicht sofort erklärt werden. Manchmal werden derlei Begriffe fallen gelassen und dann nicht mehr weiter verfolgt. Doch wäre es nicht viel schöner, wenn genau bekannt wäre, was sich dahinter verbirgt? 

Eines dieser Wörter, die nicht mehr wegzudenken sind, ist das Gendern. Doch was genau steckt dahinter und wie oft begegnet das Thema im Alltag, ohne dass es vielleicht bekannt ist? 

Die folgenden Erklärungen geben Klarheit und zeigen, dass hinter einem komplizierten Begriff gar nicht so viel Verwirrung stecken muss. 

Was ist gendern, einfach erklärt

Der Begriff Gendern kommt aus dem Englischen und heißt so viel wie “Geschlecht”. Dies macht den Hintergrund des Wortes schon um einiges klarer. Denn hierbei geht es darum, dass in einem Wort alle Geschlechter beachtet werden sollten. 

Hierbei steht die Gleichstellung im Vordergrund, die in der heutigen Zeit mehr als wichtig ist und immer mehr an Bedeutung zunimmt. 

Es sollen daher nicht nur Männer angesprochen werden, sondern auch Frauen, aber hier natürlich auch nicht so, dass es nur um das weibliche Geschlecht geht. 

Gar nicht so leicht zu verstehen? Ein paar Beispiele werden sicherlich helfen. 

Weiterhin sollte an dieser Stelle angemerkt werden, dass Gendern wirklich wichtig ist. Denn noch vor ein paar Jahren waren es immer nur Männer, die durch das Nicht-Gendern angesprochen wurden. Das Wort “Mitarbeiter” spricht daher auf den ersten Blick nur Männer an, durch die Änderung in “Beschäftigte” sieht es schon wieder ein wenig anders aus. 

Geboren aus Transgender

Wer das Wort “Gender hört, wird sicherlich sofort an Transgender denken und das ist gar nicht so abwegig, denn es war einst genau dieser Begriff, der zur heutigen wörtlcihen Gleichstellung führte. 

Doch was verbirgt sich dahinter? In der Definition geht es hierbei um Menschen, die sich in ihrem Geschlecht nicht zu Hause fühlen. Das heißt z.B. ein Mensch wird als Junge geboren, merkt aber im Verlauf seines Lebens, dass er sich eher dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlt. Hierbei geht es nicht um Partnerschaft, sondern um ihn selbst. Er möchte also kein Junge, bzw. Mann mehr sein, oder eine Frau. 

Was vor vielen Jahren noch ein Tabuthema war, wird in der heutigen Gesellschaft relativ offen kommuniziert. Natürlich gibt es auch Kritiker, die hier Probleme sehen. Besonders dann, wenn schon Kinder derlei Gedanken haben und sogar ein Eingriff in den Hormonhaushalt eine Rolle spielt, was immer mit Risiken verbunden ist. 

Die medizinischen Aspekte sollen an dieser Stelle jedoch nicht beleuchtet werden, vielmehr geht es um die Entstehung des Wortes. 

Es geht hier nicht mehr nur um einen Mann, sondern auch um eine Frau. Beide Geschlechter sollen zusammenfinden und das in einem Wort, ohne dass dabei der eine oder andere Part zu wenig Beachtung bekommt. Ein Unterfangen, dass nicht immer ganz so einfach ist. 

Was ist gendern: Beispiele in der Schreibweise

Gendern nimmt besonders beim Schreiben und Sprechen einen wichtigen Stellenwert ein, denn nur hier kann bewusst etwas mitgeteilt werden. 

Es gibt daher sogar 5 unterschiedliche Varianten, wie in Schriftform gegendert werden kann. Beim Sprechen wird der Unterschied selbstverständlich nicht auffallen, daher wird hier ein Augenmerk auf das Schreiben gelegt. 2 Varianten sind im Folgenden vorgestellt. 

Schreibstil mit Doppelpunkt

Bei dieser Schreibweise geht es darum, dass ein Doppelpunkt gesetzt wird und aus der maskulinen Form auch eine weibliche herauszulesen ist. Das kann wie folgt aussehen: 

  • Schüler:in
  • Lehrer:in
  • Erzieher:in

Anders ist es natürlich bei Bezeichnungen, die diese männliche Grundform gar nicht haben, wie z.B. bei Kolleg:in. Dies ergibt natürlich keinen Sinn und wird immer als weiblich angesehen. 

Schreibstil mit Unterstrich

Diese Schreibweise wird auch als Gender-Gap bezeichnet. Der Unterschied zum Stil mit dem Doppelpunkt ist nicht groß. Anstelle dieser zwei Punkte wird einfach der Unterstrich gesetzt, was im Beispiel so aussieht: 

  • Direktor_in
  • Schulanfänger_in
  • Verkäufer_in

Wichtig ist immer, dass das Wort auch wirklich einen Sinn ergibt, und die Unterschied zwischen Mann und Frau auch deutlich zu erkennen ist. 

Die Vor- und Nachteile

Wie fast alle Dinge hat auch das Gendern seine Vor- und Nachteile. Nicht umsonst sorgt es immer wieder für Diskussionsstoff und am Ende sollte sich doch jeder seine eigene Meinung bilden. Hier dennoch jeweils 2 Vor-und Nachteile, die der persönlichen Entscheidungsfindung helfen können. 

Vorteile: 

  • Im Grundgesetz wurde einst die Gleichbehandlung der Geschlechter verankert. Durch die Möglichkeit des Genderns wird dies unterstützt und leistet einen positiven Beitrag zum gerade beschriebenen Gesetz.. 
  • Das offene Denken in Bezug auf Geschlechterrollen wird ebenfalls unterstützt. So gibt es heute seltener ein sogenanntes Schubladendenken, was besonders in Hinsicht auf Berufe einen großen Stellenwert einnehmen kann. So gibt es heute, zumindest in Bezug auf das Denken, nicht mehr so viele typische Männerberufe. Während vor Jahren z.B. Mechatroniker, ein typischer Männerberuf war, ist es heute nicht mehr und immer mehr Frauen sind hier auch anerkannt innerhalb des Kollegiums. 

Nachteile: 

  • Die Sprache an sich hat sich leider noch nicht so integriert, wie es vielleicht gerne gesehen werden will. Laut einer Umfrage in Deutschland lehnen noch immer zwei Drittel der Befragten das Gendern in der Sprache kategorisch ab. 
  • Noch immer ist die klare Wortfindung nicht einfach, da es Bezeichnung gibt, die in der Definition eine Gruppe beschreiben, aber einfach maskulin klingen. Ein typisches Beispiel wäre hier das Wort “Erzieher”. Auf den Blick wird es maskulin, kann aber auch eine Gruppe von Menschen beschreiben. 

Gendern kann daher von vielen Seiten betrachtet werden. Es lässt sich somit nicht nur in der Sprache und in der Schreibweise wiederfinden, sondern kann auch in seiner Entstehung einen menschlichen und tiefen seelischen Aspekt haben.

Am Ende wird jedoch deutlich, dass Gendern eine klare Linie in Richtung Gleichbehandlung der Geschlechter aufzeigt, auch wenn es in der Gesellschaft noch nicht so fest integriert ist, wie es sollte.

Dies kann in den nächsten Jahren natürlich noch positiv an Fahrt aufnehmen, doch dies bleibt abzuwarten und weiter zu beobachten. Lesen Sie auch: Was ist meine IP.

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