Was ist PMS? Prämenstruelles Syndrom verstehen und behandeln

Was ist PMS? Prämenstruelles Syndrom verstehen und behandeln

Viele Frauen leiden regelmäßig unter körperlichen und psychischen Beschwerden in den Tagen vor der Periode. PMS ist eine Abkürzung für das Prämenstruelle Syndrom. Mit diesem Begriff wird eine Gruppe von körperlichen und psychischen Symptomen beschrieben, die typischerweise einige Tage vor der Periode auftreten. PMS endet meist bereits wenige Stunden nach Beginn der Periode. Studien legen nahe, dass 20 bis 50 % aller Frauen im gebärfähigen Alter PMS haben. Wir haben die Definition, die Symptome und die Behandlungsmöglichkeiten für Sie zusammengestellt.

Definition: Was ist das Prämenstruelle Syndrom?

Das Prämenstruelles Syndrom (PMS) ist ein Sammelbegriff, der für wiederkehrende körperliche und psychische Symptome steht. Maßgeblich ist dabei, dass diese Symptome in einer direkten Verbindung mit dem weiblichen Menstruationszyklus stehen. Prämenstruell bedeutet nichts anderes, als dass die Symptome vor der Menstruation auftreten.

Wichtige Charakteristiken des PMS sind:​

  • Die Symptome treten typischerweise 5 bis 14 Tage vor der Periode auf.
  • Die Beschwerden verschwinden innerhalb weniger Stunden nach Beginn der Menstruation.
  • Die Beschwerden beeinflussen die Lebensqualität, können aber in schweren Fällen auch berufliche und soziale Aktivitäten einschränken

Etwa 20 bis 50 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden an PMS, wobei die Häufigkeit ab dem 30. Lebensjahr statistisch ansteigt.​

Die körperlichen Symptome des PMS

Die körperlichen Symptome, die durch das Prämenstruelle Syndrom ausgelöst werden können, können sehr stark variieren. Wir haben einige typische Beschwerden zusammengestellt:

  • Brustspannen und Brustschmerzen (häufiges​)
  • Kopfschmerzen und Migräne (können sehr belastend wirken)
  • Unterleibsschmerzen und Druckgefühl im Unterbauch
  • Blähbauch und Völlegefühl (häufig​)
  • Wassereinlagerungen (vor allem in den Beinen, Händen und Füßen)
  • Gewichtszunahme durch Flüssigkeitsretention und erhöhten Kalorienbedarf
  • Verdauungsprobleme (Verstopfung oder Durchfall)
  • Hautunreinheiten und Pickel
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Heißhunger (besonders auf Süßes und salzige Speisen)
  • Schweißausbrüche und Hitzewallungen​
  • Kreislaufprobleme und Schwindel​

Die psychischen Symptome des PMS

Die psychischen und emotionalen Symptome sind oft noch belastender als die körperlichen Beschwerden:​

Typische psychische Symptome sind:​

  • Reizbarkeit und Gereiztheit (häufig)
  • Stimmungsschwankungen (zwischen Traurigkeit und Wut)
  • Depressive Verstimmungen und Niedergeschlagenheit
  • Angstzustände und innere Anspannung
  • Wutausbrüche und Aggression
  • Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit
  • Antriebslosigkeit und Müdigkeit
  • Schlafstörungen und Insomnie
  • Hyperaktivität und innere Unruhe
  • Bedürfnis nach Isolation​

Diese psychischen Symptome können das tägliche Leben, berufliche Leistungen und zwischenmenschliche Beziehungen erheblich beeinträchtigen.​

Die Ursachen des PMS

Die genauen Ursachen von PMS sind noch nicht vollständig erforscht, doch Wissenschaftler haben mehrere mögliche Faktoren identifiziert:​

1. Hormonelle Schwankungen: Schwankungen im Hormonhaushalt, insbesondere der Hormone Östrogen und Progesteron, sind typisch für den Menstruationszyklus. Deswegen liegt es nahe, zu vermuten, dass diese Schwankungen körperliche und psychische Folgen haben, die über den eigentlichen Zweck bei der Menstruation hinausgehen.

2. Neurotransmitter-Ungleichgewicht: Ein wichtiger Faktor ist das Ungleichgewicht des Botenstoffs Serotonin im Gehirn. Frauen mit PMS haben oft reduzierte Serotoninspiegel, speziell in der zweiten Zyklushälfte. Serotonin reguliert Stimmung, Schlaf und Schmerzempfinden. Ein Mangel kann somit zumindest theoretisch viele PMS-Symptome erklären.​

3. Nährstoffmängel: Mangelerscheinungen bei Magnesium, Calcium und Vitamin D können PMS-Symptome verstärken. Ein Magnesium- oder Kalziummangel beeinträchtigt etwa die Regulation von Hormonen und Neurotransmittern.​

4. Genetische Veranlagung: Eine familiäre Veranlagung spielt wahrscheinlich eine wichtige Rolle. Frauen, deren Mütter oder Schwestern an PMS leiden, haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, selbst betroffen zu sein.​

5. Lebensstilfaktoren: Ein ungünstiger Lebensstil kann PMS verstärken. Chronischer Stress, ungesunde Ernährung mit viel Zucker und Koffein, Bewegungsmangel, Schlafmangel sowie übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum gelten als besonders problematisch.

6. Darmmikrobiom und Aldosteron: Veränderungen im Darmmikrobiom und die Funktion des Hormons Aldosteron, das die Salz- und Wasserbilanz reguliert, können ebenfalls eine Rolle spielen.​

Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)

Eine schwerere Form des PMS ist die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS), die seit 2022 in Deutschland eine offizielle Diagnose ist:​

Die PMDS unterscheidet sich vom normalen PMS durch:​

  • Besonders starke psychische Symptome wie Depressionen, Wut oder aggressive Impulsivität.
  • Beeinträchtigung der beruflichen Leistung, sozialen Aktivitäten oder Partnerschaft
  • Betroffen sind etwa 3 bis 8 Prozent der Frauen im reproduktiven Alter​.

Die PMDS wird auf eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit gegenüber Sexualhormonen zurückgeführt.​

Diagnose des PMS

Die PMS-Diagnose ist aufgrund der vielen unterschiedlichen Symptome, die auch andere Ursachen haben können, nicht ganz einfach. Deswegen gehen Ärzte den folgenden Weg:

1.      Anamnese-Gespräch: Der Arzt erfragt die genaue Symptomatik und den zeitlichen Ablauf.

2.      Symptom-Tagebuch: Die Patientin dokumentiert ihre Symptome über zwei oder drei Menstruationszyklen.

3.      Bluttests: Zur Überprüfung der Hormonwerte und um andere Erkrankungen auszuschließen, wird das Blut genau untersucht.

4.      Standardisierte Tests: Bei Verdacht auf PMDS oder Depression werden zusätzliche Tests durchgeführt.

Frauen, die eine PMS befürchten, können eigenverantwortlich ein Symptom-Tagebuch anlegen, bevor sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Das kann die Diagnosedauer deutlich verkürzen.

Behandlungsmöglichkeiten: Was hilft gegen PMS?

Es gibt keine einheitliche Behandlungsmethode für PMS, aber verschiedene Ansätze, um die Symptome zu lindern.

1.  Lebensstiländerungen

Die erste Behandlungslinie sind Lebensstiländerungen:​

  • Gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Reduzierung von Zucker, Salz und Koffein​
  • Regelmäßige körperliche Bewegung und Sport
  • Ausreichender und regelmäßiger Schlaf
  • Stressabbau durch Entspannungstechniken​

2.      Nahrungsergänzungsmittel

Verschiedene Nährstoffe können PMS-Symptome lindern:​

  • Magnesium und Calcium
  • Vitamin B6 und Vitamin D
  • Zink
  • Pflanzliche Präparate wie Mönchspfeffer und Curcumin​

3.      Medikamentöse Therapie

In schweren Fällen kommen Medikamente zum Einsatz:​

  • Schmerzmittel für Kopf- und Unterleibsschmerzen
  • Hormonelle Verhütungsmittel (manchmal wirksam, aber nicht immer​)
  • Antidepressiva wie SSRIs (Selective Serotonin Reuptake Inhibitors) sind sehr effektiv bei psychischen Symptomen​.

4.      Psychotherapie

Bei besonders belastenden psychischen Symptomen kann Psychotherapie hilfreich sein.​

Wann wird PMS schlimmer?

Mehrere Faktoren können vorhandene PMS-Symptome verschärfen:​

  • Erhöhter Stress
  • Schlafmangel
  • Ungesunde Ernährung
  • Alkohol- und Koffeinkonsum
  • Mangelnde Bewegung
  • Hormonelle Schwankungen vor den Wechseljahren​

Fazit: PMS verstehen und behandeln

Das Prämenstruelle Syndrom ist eine weitverbreitete Erkrankung, die 20 bis 50 Prozent der Frauen betrifft und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Mit einer Kombination aus Lebensstiländerungen, Nährstoffoptimierung und bei Bedarf medikamentöser Behandlung lassen sich die meisten Symptome kontrollieren.​

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